Sehenswürdigkeiten in Plauen 
Sehenswürdigkeiten in Plauen

Sehenswürdigkeiten in Plauen


Vogtland Museum

Geschichte erleben in mehreren Häusern heißt es im Plauener Vogtlandmuseum. Die, in historischen Baumwollwarenhäusern untergebrachten Ausstellungen, zeigen, neben der umfangreichen Geschichte, auch Baukunst auf höchstem Niveau aus der Zeit von Rokoko und Klassizismus. In der Nobelstraße 9-13 wandeln die Besucher von der Urzeit bis in das 20. Jahrhundert auf den Spuren der Vogtländer. Eröffnet wurde das Museum 1923 in den historischen Häusern der heutigen Nobelstraße 9-13. Es hat sich zu einem der bedeutendsten Regionalmuseen in Mitteldeutschland entwickelt. Seit den 1990er Jahren finden umfangreiche Restaurierungsarbeiten statt. Zu den architektonischen Schönheiten gehört der Festsaal im Haus Nobelstraße 11. Dieser ist in den Jahren 1787 bis 1789 im frühklassizistischen Stil Louis XVI entstanden. Der berühmte Zopfstil prägt den Saal, der mit herrlichen Motiven aus der Landwirtschaft, dem Gartenbau und der Jagd geschmückt ist. Besucher fühlen sich in ein Schloss versetzt, wenn sie den Saal betreten. Die im gleichen Zeitraum entstanden „Stilzimmer“ repräsentieren die Wohnarchitektur des Bürgertums um 1800 in Westsachsen. Stuckarbeiten von hoher Kunstfertigkeit sind in diesen Räumen erhalten. Figurenöfen und Nachbildungen antiker Figuren können hier ebenfalls bewundert werden. Als Gegensatz dazu, zeigen sich im anderweitigen Museumsbereich die Bauernstuben, die mit Möbeln und Haushaltsgegenständen vom 17. bis in das 19. Jahrhundert ausgestattet sind. Eine besondere Huldigung erfährt Kupfer in Form von Geschirr, wie es im 18. und 19. Jahrhundert in den „Kupferküchen“ zu finden war. Formschön und funktionell wurde die Kuchenausstattung von Kupferschmieden in traditionellem Handwerk gefertigt. Einen Überblick über die vogtländische Malerei können sich die Besucher im neu aufgebauten Westflügel des Museums verschaffen. Vor- und Frühgeschichte wird mit bronzezeitlichen Ausgrabungsfunden oder prähistorischen Tierknochen wieder lebendig. Sehr umfangreich ist auch der Fundus an Waffen und Militaria mit ca. 2000 Objekten. Wertvolle Uniformen, Kopfbedeckungen, Waffen in vielen Variationen und Ausrüstungsstücke aus unterschiedlichen Zeitepochen sind vorhanden.


Weberhäuser

In der Bleichstraße 11-17 nahe am Zentrum, unterhalb von Malzhaus und Johanniskirche gelegen, finden sich die so genannten Weberhäuser. Dabei handelt es sich um eine denkmalgeschützte Häuserzeile, die vor 500 Jahren, mit der Stadtgründung entstanden ist. Da es sich in damaliger Zeit bei den Gewerken Gerben, Färben oder Walken um „unreine“ Aktivitäten handelte, durften sich die Handwerksleute nur vor den Toren der Stadt ansiedeln. Heute ist die Stadt Plauen sehr froh, dass sich vier engagierte Kunsthandwerkerinnen der kleinen Siedlung angenommen haben und daraus ein neues Kunstzentrum konzipierten. Werkstatt, Museum und Galerie sind in den liebevollen Häusern untergebracht und entführen in alte Zeiten und Handwerkskünste. 5 Frauen in 4 alten Häusern ist das Motto von UNIKAT e.V., wie der Verein der Künstlerinnen sich nennt. Fünf Werkstätten und ein Museumshaus können besichtigt werden. In einer ganz besonderen Atmosphäre erfahren die Besucher in Führungen viel über die Stadt Plauen und natürlich auch über das traditionelle Spitzenhandwerk. Doch auch das kreative Gestalten mit Holz, Ton, Wolle, Papier und Stoff steht für Interessierte auf dem Programm. Als Kinderkunst Zentrum soll die Meile gleichzeitig als Ort der Kommunikation zwischen Alt und Jung, der Tradition und Moderne dienen. Daher gibt es ein reichhaltiges Angebot an Kursen, Veranstaltungen und die Möglichkeit, ausgelassen Feste zu feiern. Die einzelnen Häuser laden mit viel versprechenden Namen ein. Eine Zeitreise vom Mittelalter bis heute lässt sich im Hexenhaus erleben. In einer märchenhaften Umgebung ist Kurioses und Erstaunliches zu entdecken. Auch Weben oder Kerzenziehen kann man lernen. In der Hexenküche geht es schon mal turbulent zu. In der Töpferwerkstatt sind alle goldrichtig, die gerne einmal selbst Hand anlegen oder mehr über das Töpfern erfahren wollen. Viele Unikate, die von den fleißigen Künstlerinnen angefertigt werden, sind in der Galerie zu bestaunen und zu erwerben. Die originale Holzwerkstatt in der Häuserzeile zeigt die in Plauen bekannten Holzpantinen (Schuhe), die vor über 100 Jahren von Max Reinhardt, dem „Holzpantoffelmaa“ gefertigt wurden. Wie in den übrigen Häusern, kann auch hier, entsprechend der Thematik, mit Holz kreativ gearbeitet werden. Dann warten noch das Filzhaus mit integrierter Werkstatt sowie das Nadelöhr. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es in diesem Haus um alles, was man mit der Nadel in Handarbeit machen kann. Stricken, Häkeln, Schneidern oder Perlenfädeln bereiten, im ebenso romantischen, wie historischen Ambiente, doppelt Freude. Marionettenbau, Seifensieden, Papierschöpfen sind weitere Extras, die als Kurse zu buchen sind. Erleben Sie im romantischen Stadtquartier besondere Erlebnismomente der Handwerkskunst. Margitta Schier, Elke Götze, Kerstin Rüffer und Ina Taubner freuen sich auf Ihren Besuch.


Galerie e.o.plauen

Vielleicht fällt es, wie Schuppen von den Augen, wenn man den bekannten Namen e.o. plauen im Zusammenhang mit der Stadt Plauen sieht. Die erfolgreichen Vater und Sohn- Geschichten, die in zahlreichen Zeitschriften jahrzehntelang die Leser erfreuten, sind aus der Feder von Erich Ohser – sein Pseudonym war e.o.plauen. Die Anfangsbuchstaben seines Namens mit dem Zusatz Plauen waren von ihm deshalb gewählt, da er in Plauen geboren wurde und der Stadt sehr verbunden war. Die lustigen Vater und Sohn Comics gingen um die Welt. Jeder freute sich über den schnauzbärtigen Vater und den schelmischen Sohn, die dem Alltag immer wieder mit Spritzigkeit viel abgewinnen konnten. In der Galerie e.o.plauen in der Nobelstraße 7 finden sich daher auch die beiden Hauptfiguren in vielen Geschichten wieder und der Besucher darf schmunzeln. Gleichzeitig erfährt er aber noch jede Menge mehr, über den begnadeten Zeichner und sein Gesamtwerk. Landschaftsskizzen, Aktstudien und Porträtzeichnungen sind hier vertreten. Kinder und Jugendliche können in der Galerie erste Kontakte mit der Kunst knüpfen, was mit den herrlichen Cartoons nicht schwer fallen dürfte. Daneben werden im Laufe des Jahres Wechselausstellungen zur Thematik gezeigt und es gibt auch den e.o.plauen Preis. Erich Ohser (1903-1944) war mit Erich Kästner stark verbunden. Er war ein lebensfroher Mensch und verstand sein Handwerk von der Pike auf. Schon in seiner Jugendzeit zeichnete Ohser unentwegt. Nach der Ausbildung zum Schlosser manifestierte er sein Können mit dem Studium an der Leipziger Akademie und wurde Meisterschüler bei Hugo Steiner-Prag. 1934 begann die Erfolgsgeschichte von Vater und Sohn, durch die Berliner Illustrierte, die damals auf der Suche nach einer Zeichentrickserie war. Bis heute sind die Bildgeschichten unvergessen und besitzen eine besondere Ausstrahlung. Ohsers Ideen wurden von dem eigenen, sehr guten Verhältnis zu seinem Vater geprägt und schließlich auch durch seinen Sohn Christian, wie er selbst einmal verlauten ließ.


Spitzenmuseum

1984 wurde das Plauener Spitzenmuseum im alten Rathaus eröffnet. Das einzige Spitzenmuseum in Deutschland zeigt hier die großartigen Erzeugnisse, die Weltruf erlangten. Die Tradition des Spitzenhandwerks, die geschichtliche Entwicklung sowie die Gestaltung werden anhand von ausgewählten Exponaten im Wechsel gezeigt. Die Plauener Spitze fand Verwendung in der Mode, in Heimtextilien sowie als edle Accessoires. Sie wird auch heute noch gefertigt und ist nicht nur ein Begriff in Sammlerkreisen. Auch die aktuellen Kollektionen beweisen Sinn für höchste Qualität. Für die vogtländische Region ist die Plauener Spitze zu einer wertvollen und wichtigen Erwerbsquelle geworden, wie die historische Entwicklung zeigt. Bereits im 15. und 16. Jahrhundert war Plauen Zentrum des Tuchmacherhandwerks und der Bauwollweber. Diese Berufzweige befanden sich allerdings in einer Krise. Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten wurde die Stickerei entdeckt. Die Tambourstickerei begründete um 1780 das Spitzen- und Stickgewerbe in Plauen. Feine Stoffe aus Ostindien wurden nach Plauen gesandt, um sie dort in feiner Handarbeit besticken zu lassen. Die Handstickerei wurde zur Haupterwerbsquelle in weiten Teilen des Vogtlandes. Aufgrund der steigenden Nachfrage folgte der Einsatz von Handstickmaschinen, der gleichzeitig das Zeitalter der Maschinenstickerei einläuteten (1858, Firma Schnorr und Steinhäuser). Die Expansion schritt voran, die Technik entwickelte sich mit vielen Spezialitäten weiter. Die maschinengestickte Tüllspitze wurde das Markenzeichen der Plauener Spitze. Mit 16.000 Stickmaschinen stand die Plauener Spitze 1912 in ihrer Blütezeit, welche abrupt durch eine große Krise einen unweigerlichen Niedergang zur Folge hatte. Der zweite Weltkrieg ruinierte dann auch noch die meisten Musterkollektionen und Stickereikapazitäten. Die Wirtschaftswunderjahre brachten wieder Hoffnung in das altehrwürdige Handwerk. 1953 wurde die VEB Plauener Spitze gegründet und die Verstaatlichung des Spitzen- und Stickereisektors hatte begonnen. Es ging bergauf und 1982 wurde die Plauener Spitze weltweit in über 40 Länder exportiert. 1990 erfolgte dann die Umwandlung der volkseigenen Stickereiunternehmen in Kapitalgesellschaften. Der Branchenverband Plauener Spitze und Stickereien e.V. wurde im April des gleichen Jahres gegründet und seit 1993 sind 40 Unternehmen wieder in der Stickerei Branche im Vogtland vertreten. Diese wechselvolle Geschichte wird im Museum detailreich mit vielen Stücken dargestellt. Musterbücher aus der Zeit um die Jahrhundertwende, Weißstickereien, Spitzeneffekte, Venise-Spitze, Klöppelspitzen, Handmaschinengestickte Plauener Spitze an Schals, Taschentuchecken oder Kragen und Motive aus Tüllspitzen sowie Applikationen sind zu bewundern. Die klassische Spitzen- oder Wickeldecke wird ebenso gezeigt, wie bedeutende Maschinen. Würker-Mehrkopfstickautomaten oder die Pantographenstickmaschine runden den Ausflug in die Welt der Stickerei und Spitzen ab.


Malzhaus

Kultur, Kunst und kulinarisches Vergnügen treffen im Malzhaus in der Plauener Innenstadt aufeinander und harmonieren perfekt. Das altehrwürdige Haus mit einer wechselvollen Geschichte hat sich zu einem Kulturzentrum der besonderen Art entwickelt. Vor langer, langer Zeit stand auf dem Gelände des Malzhauses eine Burg. Um 1200 wurde diese durch die Grafen von Everstein erbaut. Kämpfe, Raub und Brand ließen die Burg nicht überleben. Die Plauener Bürgerschaft beschloss im Jahre 1720 ein Malzhaus auf den Ruinen der alten Burg zu bauen. Gesagt - Getan. In der Zeit von 1727 bis 1730 entstand das städtische Malzhaus. Gekrönt von einem mächtigen Walmdach, umfasst das Haus vier Etagen und diente früher der Mälzerei. Mälzen ist der Fachbegriff zur Aufbereitung der Gerste für den Brauvorgang. Bis 1897 haben zahlreiche Mälzer das Haus genutzt. Noch heute zeugt der prächtige Fachwerkgiebel von der einstigen Kombination des Hauses als Malzhaus-Brauhaus. Einen geplanten Abriss durch die Stadt konnten die Bürger 1899 erfolgreich verhindern. Das Malzhaus wurde seither von Privatfirmen genutzt und diente den städtischen Wasserwerken zu Werkstatt- und Wohnzwecken. Für viele städtische Einrichtungen und Unternehmen war es eine beliebte Unterkunft. In den 1970er Jahren hielten dann Kunst und Kultur Einzug in das historische Gebäude. Der legendäre Musikclub Malzhaus läutete eine neue Ära ein. Lesungen, Podiumsdiskussionen, Konzerte fanden regelmäßig statt. Und so können die Besucher heute auf vier Etagen in Nostalgie, Kunst und Moderne wandeln. Die Katakomben, in denen sich das Malzcafé und Bühnen befinden, belegen mit ihren beeindruckenden Gewölben die alte Baukunst des 13. Jahrhunderts. Über den Kellern lässt es sich im gemütlichen Malzhausrestaurant vorzüglich speisen. Im Sommer ist es durch die dicken Wände schön kühl. Besonderes Highlight ist ein Kino im Malzhaus, in dem es einmal im Monat Klassiker der Filmgeschichte zu sehen gibt. Projiziert wird mit alten Original-Vorführgeräten aus dem Jahre 1927. Unterm Dach wird Kunst ganz groß geschrieben. Die Galerie bietet viel Ausstellungsfläche für Kunst aus allen Bereichen. Kabarett, Konzerte und Überraschungen warten im Plauener Kleinod Malzhaus auf die Besucher.


Besucherbergwerk „Ewiges Leben“

Ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher und Bewohner der Stadt Plauen und ein wichtiges Kulturgut ist das 450 Jahre alte Vitriol- und Alaunbergwerk. Im Jahre 1542 begannen die Marienberger Hauer Martin Schilling und Franz Lingk mit dem Abbau von Alaunschiefer. Dieses Gestein kommt in Plauen vom Vogtlandtheater an der Syra, in die Bahnhofstraße hinauf bis zum Oberen Bahnhof vor. Der Alaunschiefer wurde sowohl unter Tage, als auch im Tagebau abgebaut. Im Mittelalter war das Alaunsalz als Bleichmittel für Färbereien, Gerbereien und Druckereien von großer Bedeutung. Mit einer Länge von über 300 Metern Grubenbauen wird dem Besucher ein interessanter Einblick in den historischen Bergbau geboten. Der Abbau des Alaunschiefers endete ca. 1826. Im zweiten Weltkrieg dienten Teile des alten Bergwerkes als Luftschutzbunker. In fachkundigen Führungen erfahren die Besucher alles über den Alaunabbau und das historische Bergwerk. Der Eingang befindet sich in der Reichsstraße 9. Der Vogtländische Bergknappenverein zu Plauen e.V. bittet um telefonische Voranmeldung der Besucher: 0 37 41 / 52 94 26 (nach 18.00 Uhr) oder 0 37 44 / 25 05 19 (08.00 - 11.00 Uhr). Auch Feierlichkeiten werden auf Wunsch organisiert.


Schaustickerei Plauener Spitze

Wer einen Besuch im Spitzemuseum plant, der sollte auch Zeit einkalkulieren, um sich einmal die Herstellung der berühmten Plauener Spitze zeigen zu lassen. Dazu bietet die Schaustickerei im Obstgartenweg ausreichend Gelegenheit. In dem 1902 erbauten Gebäude können die Besucher Fachkräfte beobachten, die auf historischen Maschinen die Spitze anfertigen. Die über 200 Jahre alte Tradition der Stickerei- und Weißwarenfabrikation wird hier im Praktischen gezeigt. Die maschinelle Herstellung von Spitzen begann 1858, was zur Mechanisierung der Handstickereien führte. Die Nachfrage an Spitzenprodukten aus Plauen war so groß, dass diese in Handarbeit nicht mehr schnell genug gefertigt werden konnten. So entwickelte sich auch der Textilmaschinenbau in Plauen zu einem neuen Wirtschaftszweig. Die Automatenstickmaschinen der vogtländischen Maschinenfabrik AG Plauen wurden als technische Meisterleistung gelobt, da sie von nun an die filigrane Handarbeit ablösten. Die Plauener Spitze ist heute ein Begriff in aller Welt und wird auch als hochwertiges Sammlergut betrachtet. Der Förderverein Vogtländisches Textilmuseum e.V. unterstützt die Stadt bei der Erhaltung von wertvollen Maschinen, um so ein Stück Tradition zu bewahren. So ist die Schaustickerei eine lebendige Museumsfabrik geworden.




Zahlen & Fakten: Stadtname:
Plauen

Bundesland:
Sachsen

Landkreis:
Vogtlandkreis

Höhe:
412 m ü. NN

Fläche:
102,11 km²

Einwohner:
66.412

Autokennzeichen:
V

Vorwahl:
03741

Gemeinde-
schlüssel:

14 5 23 320



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